Die Geschichte des Collies

Der Collie, oder auch schottischer Schäferhund, war im Ursprung im Norden Englands und Schottlands zu Hause. Die Hauptaufgabe der schottischen Schäferhunde war, die halbwilden Tiere im Gelände, das dem Menschen nicht oder nur schwer zugänglich war, zu hüten und zusammen zutreiben, z.B. in den Mooren Schottlands oder den Grasflächen im schottischen Hochland. Sie wurden damit zum unersätzlichen Helfer, denn ohne Hunde wäre eine Weidewirtschaft dieser Art nicht möglich gewesen. Ihren Namen erhielten diese Hunde von den schwarz-weißen Colley-Schafen, die sie hüten mussten. Man nannte sie zuerst Colley-Dogs, woraus dann später der Name Collie entstand. Erstmalig beschrieb Buffon im 18. Jahrhundert den Collie. Die Hütehunde mussten viele Kilometer unermüdlich laufen können, flink und gewandt sein, dabei klug genug, die Schafe zu treiben, ohne sie auseinander zu treiben und sie in gefährlichem Gelände sicher führen. Die Zuchtauslese galt ausschließlich der Klugheit, Leistungsfähigkeit, Genügsamkeit, einem Haarkleid und Körperbau, welches Wetter und Gelände angepasst waren. So lebte z.B. im schottischen Hochland ein kleinerer, wendigerer Hund als im Tiefland, wo mehr Rinder gezüchtet wurden. Der Collie des Farmers musste sich auf dem Hof vielseitig bewähren. Es gab zum Melken einzutreiben - man berichtet, dass ein guter Hund jede einzelne Kuh zu unterscheiden wusste, ob sie bereits gemolken wieder in der Herde stand oder noch nicht an der Reihe war -, Hühner, Enten und Gänse einzuholen, Ratten zu vertilgen, vor Fremden zu warnen usw.

Gelegentlich kreuzte der ein kärgliches Dasein fristende Pachtbauer seine Collie-Hündin mit einem Setter oder Spaniel, um die Jagdleidenschaft zu fördern, denn der zu allem brauchbare Hofhund musste auch dazu beitragen können, hin und wieder die Töpfe der Farmersfamilie mit einem erwilderten Hasen oder Kaninchen zu füllen. Sicherlich wurde so mancher hübsche Hütehund auf Märkten auch an städtische Hundeliebhaber verkauft, oder es ging ein besonders niedlicher Welpe, der wegen seines zu wolligen Pelzes für die Schäfer wertlos war, als Geschenk an die Kinder des Großgrundbesitzers. Tatsächlich waren es in der Hauptsache diese Hunde, die später den Weg zur Ausstellung fanden und den Grundstock für die Zucht des modernen Collies legten. Es zeigte sich rasch, dass diese aufgeweckten Hunde leicht verkäuflich waren. Als dann Queen Victoria einige Collies hielt, war die allgemeine Beliebtheit nicht mehr aufzuhalten. Erstmalig trat 1871 Old Cockie auf einer Ausstellung auf, er gilt als einer der Stammväter des heutigen Collies. Durch das gezielte Einkreuzen von russischen Windhunden wurde der schmale, lange Kopf und die schlanke, elegante Figur erreicht. Bei einer Körperhöhe von 56-61 cm sollte das Idealgewicht nur zwischen 18 und 30 kg liegen, wobei die Rüden maßlich und gewichtsmäßig an der Obergrenze und die Hündinnen an der unteren Grenze liegen.

Engagierte Hundezüchter nahmen sich der Rasse an, kauften den Farmern und Großgrundbesitzern attraktive Hunde ab mit denen sie eine Rasse entwickelten, die ihren Siegeszug um die ganze Welt antrat und heute noch der Inbegriff für Klugheit und Schönheit ist.
 

 

Bildquellen:
Rough Collies of Distinction
collie-online.com
Gollwitzerverlag

 
Designed by simple wp themes. | Login